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Margret Rasfeld
Margret Rasfeld
Preisträgerin Bildung
Die frühere Lehrerin Margret Rasfeld setzt sich für zeitgemäße Bildung ein. Statt Wissen in Häppchenform zu vermitteln, sollten junge Leute heute lernen, wie man zusammen lebt und sich selbst nötiges Wissen aneignen kann. Rasfeld tritt für eine radikale Neuausrichtung der Bildung ein – erst recht zur Corona-Zeit.

Margret Rasfeld weiß, was es heißt, Lehrerin zu sein: Sie blickt auf fast 40 Jahre Berufserfahrung zurück, darunter auch 25 Jahre als Schulleiterin. Bekannt geworden ist sie als scharfe Kritikerin des aktuellen Bildungssystems: Auf freundliche, aber deutliche Art macht sie klar, dass es radikale Änderungen braucht, damit die Schule Kindern zeitgemäße Bildung vermittelt. Von Wissensvermittlung in Häppchenform, am besten auswendig zu lernen, hält Rasfeld nichts.

Das deutsche Schulsystem verharrt noch in alten Mustern. Es setzt auf Normierung und das Abarbeiten übervoller Stoffpläne in Stunden-Häppchen. Das System fördert Kontroll-Geist statt Vertrauen und fordert Selektion.
Margret Rasfeld

Rasfeld kann aber nicht nur scharf kritisieren, sie hat Gegenvorschläge für ein neues Lernen. Ziel sind mündige Schülerinnen und Schüler, die selbst gestalten können, Mut haben, auch durch Fehler zu lernen und sich in der Gesellschaft einzubringen. Dabei bezieht Rasfeld sich auf das UNESCO-Programm „Bildung für Nachhaltige Entwicklung für 2030“, zu dem sich auch die Bundesregierung bekennt.

Aber fragt man die frühere Lehrerin, so hat sich am Unterricht noch nicht genug geändert. „Aus 39 Jahren Lehrerin- und Leitungs- und Fortbildungserfahrung bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass das herkömmliche Bildungssystem den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nicht gerecht werden kann“, schreibt sie auf ihrer Homepage. „Eine radikale Neuausrichtung des Bildungsethos und der Lernformate ist erforderlich. Dafür setze ich mich ein.“

Um Schulen bei der Transformation zu unterstützen, hat Rasfeld gemeinsam mit Stephan Breidenbach und Gerald Hüther die Initiative „Schule im Aufbruch“ gegründet. „Wir wollen Schulen, die die angeborene Begeisterung und Kreativität von Kindern und Jugendlichen erhalten und fördern“, heißt es auf der Homepage. Schule im Aufbruch inspiriert durch Sinn, ermutigt durch Beispiele, vernetzt Aktive und befähigt Bildungspraktiker zu neuen Haltungen und zur Entwicklung innovativer Lernsettings: selbstorganisiertes Lernen, Peer Learning, projektbasiertes Lernen, Lernen im Leben an ernsthaften Aufgaben und Herausforderungen. Schule im Aufbruch kommuniziert und handelt auf der Grundlage des neuen Paradigmas und sucht die Zusammenarbeit mit den aktiven Betreibern des Wandels in der Gesellschaft.