zurück
Christina Lang
Christina Lang
Preisträgerin Gesellschaft
Christina Lang wollte eigentlich Lehrerin werden, nicht Unternehmerin. Heute ist sie CEO von DigitalService4Germany, der Tech- und Innovations-Taskforce für die Bundesregierung. Lang vernetzt Tech- und andere Talente mit innovativen Kräften in den Bundesministerien. Wie gut das funktioniert, zeigte sich in der Corona-Krise.

Innovation, Bürgernähe, Agilität – das waren lange keine Schlagworte, die einem zu den Bundesministerien eingefallen wären. Christina Lang lässt sich von den Bildern in den Köpfen nicht beeindrucken. Sie arbeitet beharrlich an der Zukunft des Öffentlichen Sektors.

Gemeinsam mit anderen gründete sie 4Germany (mittlerweile: DigitalService4Germany) ein Nonprofit-Start-up für die Bundesregierung mit gleich zwei Fellowship-Programmen: Tech4Germany und Work4Germany. Lang ist CEO bei beiden Fellowships.

Dass dahinter kein leeres Gerede steckt, merkte die breite Öffentlichkeit während der Corona-Krise in diesem Jahr. Lang gehörte zu den treibenden Kräften hinter dem großen Hackathon der Bundesregierung für Lösungen in der Corona-Krise, „WirvsVirus“. Innerhalb weniger Tage erarbeiten 40.000 Freiwillige rund 1500 digitale Lösungen.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein wertvoller Hebel, um den öffentlichen Sektor fit für die Zukunft zu machen.
Christina Lang

Innovation nur um der Innovation willen, Digitalisierung, nur weil es modisch klingt, ist nicht ihre Sache. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ sagte Lang einmal: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein wertvoller Hebel, um den öffentlichen Sektor fit für die Zukunft zu machen.“ Ihr langfristiges Ziel sei es, den Staat „dabei zu unterstützen, die Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen in den Mittelpunkt zu stellen und besser für alle zu funktionieren.“

Bei DigitalService4Germany arbeiten Digital-Talente wie Entwickler und Designer mit der Bundesregierung an der Digitalisierung und Modernisierung des Staates. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Ministerien bringen ihr Fachwissen und Knowhow zu Verwaltungsstrukturen mit, die Fellows von DigitalService4Germany ihr Wissen zu agiler Softwareentwicklung und andere Digital-Kompetenzen – und natürlich einen frischen Blick auf althergebrachte Prozesse in der Verwaltung.

Lang und ihr Team achten dabei darauf, dass die interdisziplinären Teams an konkreten Herausforderungen arbeiten und am Ende vorzeigbare Ergebnisse herauskommen: Eine wirklich bürgerorientierte Ministeriums-Seite und ein übersichtliches Weiterbildungsportal zum Beispiel. Das Ergebnis und die Vorgehensweise kann jeder online nachlesen. Transparenz, Team-Arbeit und Lust am Verbessern – so treibt Christina Lang die digitale Transformation in der Bundesverwaltung voran.